Grippe-Impfung für ältere Menschen

Das Prinzip und der Erfolg der Impfung basieren auf einem leistungsstarken Abwehrsystem. Ältere Menschen sind hier im Nachteil, da mit zunehmendem Alter die Funktionsfähigkeit des Abwehrsystems nachlässt. Die Aktivität der verschiedenen Abwehrzellen nimmt ab, wodurch die Abwehrreaktion verzögert und schwächer ausfällt. In der Medizin spricht man von einer nachlassenden Immunkompetenz. Für Impfungen bedeutet das: Ältere Menschen sprechen weniger gut auf eine Impfung an. Die Schwelle zum Auslösen einer Abwehrreaktion mit der gewünschten Bildung spezifischer Antikörper und Gedächtniszellen liegt deutlich höher. Zudem verkürzt sich die Dauer des Impfschutzes.

Nachlassende Immunkompetenz

Studien zeigen: Die Antikörperantwort auf eine Grippe-Impfung fällt bei älteren Erwachsenen 2- bis 4-mal geringer aus als bei jüngeren Erwachsenen.

Um die Wirkung der Grippe-Impfung bei älteren Menschen zu erhöhen, hat man für sie spezielle Impfstoffe entwickelt. Dabei werden derzeit zwei Ansätze verfolgt.

Zum einen kann man den Impfstoffen sogenannte Adjuvantien zusetzen. Ein Adjuvans bezeichnet in der Pharmakologie einen Hilfsstoff, der die Wirkung eines Arzneistoffes verstärkt. Bei Impfstoffen sollen die Adjuvantien zu einer stärkeren Antikörperbildung führen. Ob adjuvantierte Grippeimpfstoffe zuverlässiger gegen die Grippe schützen, ist jedoch nicht eindeutig belegt.

Die andere Möglichkeit zur Verbesserung der Schutzwirkung besteht in der höheren Dosierung des Wirkstoffs. Relativ neu ist ein Grippeimpfstoff mit 4-facher Wirkdosis. Er ist in Deutschland zur Impfung für Menschen ab dem 65. Lebensjahr zugelassen. In den USA wird bereits seit vielen Jahren ein hoch dosierter Grippeimpfstoff zur Impfung älterer Menschen genutzt. Dazu liegen Vergleichsstudien mit normal dosierten Impfstoffen vor. Diese zeigen, dass es beim 4-fach hoch dosierten Impfstoff deutlich weniger bestätigte Grippeerkrankungen gab und die Anzahl und Schwere der Komplikationen geringer war.

Ob solche Impfstoffe für Sie infrage kommen, sollten Sie in Ruhe mit Ihrem Arzt besprechen. Gemeinsam sollten Sie auch überlegen, wann der für Sie beste Zeitpunkt einer Impfung ist. Ist Ihr Abwehrsystem aufgrund einer Autoimmunerkrankung wie z. B. rheumatoider Arthritis beeinträchtigt oder wird es durch bestimmte Medikamente (Immunsuppressiva) gehemmt, muss eine Impfung besonders sorgfältig abgewogen werden. Ihr Arzt wird Sie dazu detailliert aufklären. In den meisten Fällen wird die Grippe-Impfung auch dann empfohlen. Die Risiken einer Erkrankung und deren Folgen sind deutlich höher als mögliche unerwünschte Impfreaktionen.

Verträglichkeit hochdosierter oder wirkverstärkter Grippeimpfstoffe

Die Nebenwirkungen an der Einstichstelle (leichte Rötung, Schwellung oder Schmerzen) können u. U. bei wirkverstärkten oder hochdosierten Impfstoffen leicht stärker ausfallen.

Broschüre zum Thema

Was ist eigentlich Grippe? Was macht sie so gefährlich? Warum gehören Menschen ab 60 Jahren zur Risikogruppe und sollten sich daher impfen lassen? Diese und weitere Fragen beantwortet unsere Broschüre.

Broschüre Medikamente im Alter

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